Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Pressekonferenz zum Jahresauftakt 2024

Bistums-Jahresabschluss 2022 veröffentlicht

Generalvikar Vorndran: „Nutzen wir das gute Ergebnis, um in die Zukunft zu investieren“ ‒ Finanzsituation laut Finanzdirektor Kunkel stabil

Würzburg (POW) Am Mittwoch, 24. Januar, hat das Bistum Würzburg die Jahresabschlüsse der Diözese Würzburg und des Bischöflichen Stuhls zu Würzburg für 2022 veröffentlicht. Das zweite Mal in Folge kann Finanzdirektor Ordinariatsrat Sven Kunkel ein positives Ergebnis der Diözese vorweisen. Betrug der operative Jahresüberschuss 2021 noch rund 300.000 Euro, so ist für 2022 nun auch ein Bilanzgewinn von 2,1 Millionen Euro zu verzeichnen. Der Diözesansteuerausschuss hat den Jahresabschluss anerkannt und die großen Anstrengungen aller Mitarbeitenden, aller Kostenstellenverantwortlichen und der Hauptabteilungsleitungen lobend erwähnt, langfristig einen ausgeglichenen Haushalt zu sichern. Auch der Bischöfliche Stuhl zu Würzburg erzielte im Jahr 2022 ein positives Ergebnis. Die Abschlüsse sind im Internet unter zahlen.bistum-wuerzburg.de/finanzen/jahresabschluesse veröffentlicht.

Es sei unerwartet gekommen, dass die Diözese nach sieben Verlustjahren erstmals wieder einen Bilanzgewinn habe, und sei auch den nicht absehbaren wirtschaftlichen Entwicklungen, unter anderem der Zinsentwicklung, zu verdanken, erklärte Kunkel. Auch einmalige Sondereffekte wie die entgegen der Prognose deutlich höheren Kirchensteuereinnahmen 2022 und die geringe Anzahl an Bauanträgen der Kirchenstiftungen im Abschlussjahr des Bau-Moratoriums hätten hierzu beigetragen. Weitere Einmaleffekte aus der Auflösung von Rückstellungen, bedingt durch ein gesamtwirtschaftlich stabiles Umfeld und gesunkene Risiken, ließen das Jahresergebnis auf rund 39 Millionen Euro ansteigen. 26,3 Millionen Euro des Bilanzgewinns lassen sich auf das Auflösen von Rückstellungen zurückführen. „Auch wenn ich die schwarzen Zahlen als Bestätigung unserer vereinten Sparanstrengungen sehe, dürfen wir nicht vom Kurs abweichen, den wir vor vier Jahren eingeschlagen haben, wollen wir die mühsam errungenen Fortschritte bei der Konsolidierung der diözesanen Finanzen nicht gefährden“, betonte der Finanzdirektor.

Die nach der Coronapandemie überraschend gute Konjunktur und die damit einhergehende Erhöhung der Steuereinnahmen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den kommenden Jahren ‒ nicht zuletzt durch die demographische Entwicklung ‒ mit einer rückläufigen Zahl an Kirchensteuerzahlern gerechnet werden müsse. Die Diözese finanziere ihr Engagement für die Menschen jedoch vorwiegend aus Kirchensteuermitteln. „Daher wird das Ergebnis zu großen Teilen in eine Demographierücklage eingestellt, um den Strategieprozess der Diözese finanziell abzusichern. Diese Rücklage soll bei sinkenden Einnahmen auch in Zukunft ein vielfältiges pastorales, caritatives und soziales Angebot ermöglichen.“

Man könne dennoch stolz darauf sein, dass mit dem Jahresabschluss 2022 nun auch ein positives Bilanzergebnis ausgewiesen werde, nachdem bereits im Vorjahr operativ ein positives Ergebnis erzielt wurde. In diesem Zusammenhang seien die Hauptabteilungsleitungen und Kostenstellenverantwortlichen zu nennen, die gewissenhaft auf die Ausgaben in ihren Abteilungen geachtet haben und dieses Ergebnis somit erst ermöglicht haben, erklärte Kunkel.

„Nutzen wir das gute Ergebnis von 2022, um in die Zukunft zu investieren. Die Bildung einer Demographierücklage steht im Einklang mit unserer strategischen Ausrichtung. In diesem Jahr wird die Diözese künftige Schwerpunkte festlegen und ihr Profil schärfen“, sagte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran. Die Verwendung des Jahresüberschusses 2022 werde einen Beitrag dazu leisten, die Schwerpunktsetzung nachhaltig sicherzustellen. Natürlich gehe das nicht ohne die Unterstützung der Kirchenmitglieder. „Daher sei allen, die die Diözese mit ihrer Steuerabgabe unterstützen, und allen haupt- und ehrenamtlich in der Kirche Engagierten herzlich gedankt.“

Das Jahresergebnis der Diözese 2022 beträgt konsolidiert 39,3 Millionen Euro. Es setzt sich aus dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 43,2 Millionen Euro, einem neutralen Ergebnis von 26,3 Millionen Euro und einem Finanzergebnis von -3,9 Millionen Euro zusammen. Das negative Finanzergebnis geht auf Abschreibungen aufgrund der allgemein stark gesunkenen Börsenkurse der Wertpapiere und Anleihen zurück.

Die Bilanz der Diözese Würzburg 2022 weist ein Anlagevermögen in Höhe von 227,4 Millionen Euro und ein Umlaufvermögen von 64,1 Millionen Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Gesamtvermögen auf rund 294 Millionen Euro gestiegen. Auf der Passivseite stehen Rückstellungen in Höhe von 118,5 Millionen Euro. Diese sollen unter anderem Baumaßnahmen der Kirchengemeinden in den nächsten Jahren finanzieren, deren Beantragung nach Ende des Bau-Moratoriums nun wieder verstärkt zu erwarten ist. Hierfür sind Zuschüsse in den neuen Zuschussrichtlinien für Kirchenstiftungen garantiert.

Verbindlichkeiten schlagen mit rund 17 Millionen Euro zu Buche. Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2022 rund 154,6 Millionen Euro. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 52,6 Prozent, die gegenüber dem Vorjahr (43 Prozent) gesteigert werden konnte. Die Erträge der Diözese Würzburg fielen im Jahr 2022 mit 226,4 Millionen Euro um 12,1 Millionen Euro höher aus als im Vorjahr. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass die Kirchensteuereinnahmen im Jahr 2022 überraschend bei 186,3 Millionen Euro lagen. Geplant hatte das Bistum mit Kirchensteuereinnahmen in Höhe von 167,3 Millionen Euro. Hinzu kommen Umsatzerlöse in Höhe von 11,6 Millionen Euro und sonstige betriebliche Erträge von 28,6 Millionen Euro.

Dem stehen Aufwendungen in Höhe von insgesamt 209,5 Millionen Euro gegenüber, 10,6 Millionen weniger als im Vorjahr. Besonders die Pastoralen Räume wurden finanziell gestärkt, ein großer Anteil der Gesamtausgaben fließt seitdem in Maßnahmen zur Erfüllung des seelsorgerischen Auftrags. Der Personalaufwand liegt bei 109,7 Millionen Euro. Im Vergleich dazu sind die Materialkosten erheblich gestiegen, was der allgemeinen Teuerung von Sachgütern geschuldet ist. Die Ausgaben für gezahlte Zuschüsse und Zuweisungen sind aufgrund geringerer Bauzuschüsse auf 57,7 Millionen Euro gesunken. Sonstige betriebliche Aufwendungen fallen in Höhe von 33,4 Millionen Euro an.

Jahresabschluss Bischöflicher Stuhl

Der Bischöfliche Stuhl zu Würzburg sorgt für die Altersversorgung der Priester und stattet im Bistum Würzburg die Pensionskasse für alle im Bistum inkardinierten Priester aus. Er weist in seinem Jahresabschluss 2022 Rückstellungsverpflichtungen in Höhe von 276,9 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind 269 Millionen Euro für Pensionsverpflichtungen und die Altersversorgung. Die Verbindlichkeiten betragen 62,2 Millionen Euro und setzen sich unter anderem aus Darlehensverbindlichkeiten von 57,6 Millionen Euro und Verbindlichkeiten aus Treuhandvermögen von rund vier Millionen Euro zusammen.

Die Bilanzsumme beläuft sich auf 407,1 Millionen Euro. Auf der Aktivseite beträgt das Finanzanlagevermögen 286,6 Millionen Euro, das Sachanlagevermögen 59,1 Millionen Euro und das Umlaufvermögen 61,4 Millionen Euro. Zu letzterem zählen bilanzierte Darlehen, zumeist an kirchliche und caritative Rechtsträger, sowie Guthaben bei Kreditinstituten.

Das Jahresergebnis beläuft sich für 2022 auf 64,7 Millionen Euro. Das seit Jahren erstmalig wieder positive Ergebnis geht unter anderem auf eine konsequente Neuordnung und Umsetzung von Mietverträgen für bestehende Mietverhältnisse zurück. Maßgeblich zum Überschuss beigetragen hat auch die unerwartete und kurzfristige deutliche Erhöhung des allgemeinen Zinsniveaus. Hier wirkt sich die Auflösung von Rückstellungen aufgrund eines geringeren Risikos aus Verpflichtungen für die Zusatzversorgungskasse positiv aus. Die Anpassung der Bilanzierung der Pensionsverpflichtungen bei der Emeritenanstalt, gegenüber welcher der Bischöfliche Stuhl zu Würzburg beistandsverpflichtet ist, sorgt nicht zuletzt für ein weiteres Plus.

(0424/0101; E-Mail voraus)