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Jahresfehlbetrag deutlich niedriger

Diözese Würzburg und Bischöflicher Stuhl zu Würzburg legen Jahresabschlüsse 2020 vor

Würzburg (POW) Das Bistum Würzburg hat die Jahresabschlüsse 2020 der Diözese Würzburg und des Bischöflichen Stuhls zu Würzburg am Donnerstag, 9. Dezember, veröffentlicht. Trotz der in Folge der Coronapandemie von rund 183 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 169 Millionen Euro gesunkenen Erträge aus der Kirchensteuer konnte der Jahresfehlbetrag auf rund 5,6 Millionen Euro abgesenkt werden. 2019 belief sich dieser auf über 40 Millionen Euro. Der Diözesansteuerausschuss beziehungsweise der Vermögensverwaltungsrat des Bischöflichen Stuhls haben die Jahresabschlüsse bestätigt und anerkannt. Sie sind im Internet unter https://finanzen.bistum-wuerzburg.de/bilanzen/ veröffentlicht.

Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran wies darauf hin, dass eine massive Kraftanstrengung nötig gewesen sei, um dieses Jahresergebnis zu erzielen: „Damit ist es zwar gelungen, die Wende einzuleiten, das Ziel jedoch ist bei Weitem noch nicht erreicht: ein ausgeglichener Haushalt.“ Der Jahresfehlbetrag konnte im äußerst schwierigen Coronajahr 2020 deutlich abgesenkt werden. Im Wesentlichen ergebe er sich aus dem coronabedingten starken Rückgang der Kirchensteuer bei gleichzeitigen massiven Sparmaßnahmen. „Geplantes konnte im Jahr 2020 sehr oft nicht stattfinden, auf Liebgewonnenes musste verzichtet werden“, betonte der Generalvikar. Sein Dank gelte zuallererst allen Kirchensteuerzahlenden, die die Diözese Würzburg auch in schwierigen Zeiten weiterhin finanziell unterstützten. Weiter dankte er den Gemeinden vor Ort sowie den diözesanen Finanzgremien und den Einrichtungen des Bischöflichen Ordinariats für das Miteinander in schwierigen Zeiten und für die Bereitschaft, Kirche im Umbruch mitzugestalten.

Nach den Worten von Bischöflichem Finanzdirektor Ordinariatsrat Sven Kunkel sei durch entschlossenes Handeln der Bistumsleitung der Jahresfehlbetrag deutlich niedriger ausgefallen als zwischenzeitlich erwartet. Ein Großteil der Einsparungen der Diözese im Jahr 2020 habe – unter anderem aufgrund der Einführung der Haushaltssperre – einen einmaligen Effekt. Weitere strategische Entscheidungen seien nötig, um nachhaltige Einsparungen zu erzielen. Auch in Zukunft sei Ausgabendisziplin erforderlich, der Sanierungskurs der Diözese müsse fortgesetzt werden, betonte Kunkel. Erfreulich sei, dass nach der Reorganisation der Hauptabteilung Finanzen und Immobilien mit der neugeschaffenen Kostenstellenstruktur den Kostenverantwortlichen Controlling-Instrumente vorlägen, die eine fundierte Basis für Entscheidungen ermöglichten. Die Abteilung Liegenschaften und Bau habe die Prozesse für die Beantragung von Baumaßnahmen und die Überwachung des Kostenrahmens standardisiert. 

Jahresabschluss Diözese Würzburg

Konsolidiert liegen die Gesamterträge der Diözese Würzburg im Jahr 2020 bei 210 Millionen Euro, 2019 waren es 246 Millionen Euro. Die Erträge aus der Kirchensteuer betrugen 169 Millionen Euro, die Umsatzerlöse liegen bei 7,3 Millionen Euro. In Folge der Coronapandemie sind die Erträge aus der Kirchensteuer um knapp 14 Millionen Euro gesunken, die Umsatzerlöse der Tagungshäuser reduzierten sich um 4,1 Millionen Euro. Die Summe der sonstigen betrieblichen Erträge beläuft sich auf 33,7 Millionen Euro.

Dem stehen Aufwendungen in Höhe von insgesamt 216,5 Millionen Euro gegenüber. Sie fließen vor allem in Seelsorge, Caritas und an die Kirchengemeinden. Die Personalkosten sind um rund zwei Millionen Euro auf 122 Millionen Euro gesunken. Durch eine Haushaltssperre im Jahr 2020 konnten Zuschüsse und Zuweisungen um 57,8 Millionen Euro – von 106 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 48,2 Millionen Euro im Jahr 2020 – verringert werden. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 37,8 Millionen Euro sind unter anderem Raum-, Verwaltungs-, Veranstaltungs- und Bildungskosten enthalten. Das Finanzergebnis (0,5 Millionen Euro) enthält im Wesentlichen die Erträge aus Wertpapieren in Form von Ausschüttungen und Zinserträgen festverzinslicher Wertpapiere (1,3 Millionen Euro).

Die Bilanz 2020 der Diözese Würzburg weist ein Anlagevermögen in Höhe von 193,6 Millionen Euro und ein Umlaufvermögen von 44,9 Millionen Euro auf. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Wert des Gesamtvermögens um rund 10,2 Millionen Euro auf 241 Millionen Euro erhöht. Die Erhöhung resultiert insbesondere aus dem höheren Bankguthaben in Höhe von 7,9 Millionen Euro zum Bewertungsstichtag zum Jahresende.

Auf der Passivseite stehen den Rückstellungen in Höhe von 96,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten von 21,9 Millionen Euro und Zuschüsse für Investitionskosten (Sonderposten) mit acht Millionen Euro gegenüber. Das Eigenkapital beträgt zum 31. Dezember 2020 rund 114,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 47,6 Prozent. Das langfristige Vermögen (Sachanlagen und Finanzanlagen) ist damit überwiegend durch Eigenkapital gedeckt.

Jahresabschluss Bischöflicher Stuhl

Der Bischöfliche Stuhl zu Würzburg sorgt im Wesentlichen für die Altersversorgung der Priester. Er weist in seinem Jahresabschluss 2020 Rückstellungsverpflichtungen in Höhe von 339,3 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind 290,2 Millionen Euro für Pensionsverpflichtungen und die Altersversorgung. Weitere Rücklagen dienen der Absicherung dieser Verpflichtungen, die sich insbesondere aus dem aktuell niedrigen Zinsumfeld ergeben. Die Verbindlichkeiten auf der Passivseite betragen 62,2 Millionen Euro und setzen sich unter anderem zusammen aus Darlehensverbindlichkeiten von 57,9 Millionen Euro und Verbindlichkeiten aus Treuhandvermögen von vier Millionen Euro.

Auf der Aktivseite steht dem ein Gesamtvermögen von rund 413,6 Millionen Euro gegenüber. Dabei beläuft sich das Finanzanlagevermögen auf 293,4 Millionen Euro, das Sachanlagevermögen auf weitere 52,7 Millionen Euro. Außerdem zählt das Umlaufvermögen mit 67,5 Millionen Euro zur Aktivseite, wozu bilanzierte Darlehen, zumeist an kirchliche und karitative Rechtsträger, sowie Guthaben bei Kreditinstituten zählen. Der Jahresfehlbetrag beläuft sich für 2020 auf knapp 17,9 Millionen Euro. Grund hierfür ist vor allem die Zuführung zur Pensionsrückstellung mit 16,4 Millionen Euro, aufgrund des aktuell niedrigen Zinsumfeldes und der daraus resultierenden Erhöhungen der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen.

(5021/1201; E-Mail voraus)