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Dokumentation

Wort von Generalvikar Thomas Keßler zur Vorstellung des Haushaltsplans 2019

Sehr geehrter, lieber Bischof Franz, meine sehr geehrten Damen und Herren, auch von meiner Seite darf ich Sie herzlich zu unserer diesjährigen Haushaltspressekonferenz begrüßen und willkommen heißen. Ich danke Ihnen für Ihr Kommen und freue mich über Ihr Interesse an unserer Tätigkeit als Kirche im Bistum Würzburg ganz allgemein und heute im Besonderen über Ihr Interesse an der Vorstellung unseres Haushaltsplans für das Jahr 2019.

Wir legen seit einigen Jahren als Diözese großen Wert darauf, unser Handeln für unsere Gläubigen und für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Dazu gehört vor allem auch, dass wir im Rahmen dieser traditionellen Pressekonferenz darlegen, wie wir die uns anvertrauten Mittel im laufenden Jahr 2019 verwenden wollen. Daneben möchte ich Ihnen auch aus meiner Perspektive noch einmal erläutern, weshalb wir uns in einer angespannten finanziellen Situation befinden und wie wir auf diese reagieren, um die Finanzen der Diözese Würzburg zukunftsfest zu machen.

Ich möchte zu Beginn meiner Ausführungen unserem kommissarischen Finanzdirektor Andreas Hammer meinen ganz besonderen Dank aussprechen. Wie Sie wissen, war Herr Hammer bis Sommer 2018 stellvertretender Finanzdirektor. Nach dem Ausscheiden von Albrecht Siedler als Finanzdirektor hat Herr Hammer diese Aufgabe kommissarisch übernommen. Das war aufgrund der vielfältigen Anforderungen an die Bischöfliche Finanzkammer keineswegs selbstverständlich. Herr Hammer hat in den vergangenen Monaten sehr intensiv und mit großer Besonnenheit gewirkt. Das betraf nicht zuletzt die Aufstellung des Haushalts, die immer mit besonderem Aufwand verbunden ist, in diesem Jahr aber aufgrund der Umstellung auf die HGB-Systematik besonders arbeitsintensiv ausfiel. Herrn Hammer ganz persönlich danke ich daher sehr, und ich danke natürlich auch dem gesamten Team in der Bischöflichen Finanzkammer.

Im Vorgriff auf die Ausführungen zum Haushalt von Herrn Hammer möchte ich Ihnen drei Gesichtspunkte erläutern, von denen wir uns als Bischöfliches Ordinariat bei der Haushaltsaufstellung für das Jahr 2019 haben leiten lassen.

Erstens: Bereits in unseren vergangenen Haushalten sind wir nicht ausgekommen, ohne unsere Finanzrücklagen einzusetzen. Wir haben für unsere Projekte und die Erfüllung unserer kirchlichen Aufgaben mehr ausgegeben als wir durch laufende Einnahmen decken konnten. Aufgrund der aufgebauten Verpflichtungen werden wir auch in diesem Jahr nicht ohne eine Unterdeckung auskommen, die wir aus unseren Ersparnissen decken müssen. Die derzeitige Planung geht trotz gestiegener Kirchensteuereinnahmen von einem voraussichtlichen Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 15 Millionen Euro aus.

Hinzu kommt, dass die Personalkosten aufgrund der Tarifentwicklung weiter steigen werden, aber nicht mit weiter steigenden Kirchensteuereinnahmen zu rechnen ist. Diese Situation führt dazu, dass wir umsteuern müssen. Wir definieren dazu unsere Schwerpunkte für die mittelfristige Zukunft. Gleichzeitig können Sie dem Haushaltsplan entnehmen, dass das Geld für alle Arbeitsplätze darin vorgesehen ist und keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter um ihren und seinen Arbeitsplatz Sorge haben muss. Ohne engagierte Menschen können wir unseren kirchlichen Auftrag nicht erfüllen und dem Dienst an den Menschen nicht nachkommen.

Wie Sie wissen, haben wir den Haushalt 2018 zur Zeit der Vakanz unseres Bischofsstuhls verabschiedet. Damals war klar: Ein neuer Bischof wird kommen, und er wird die Grundsatzentscheidungen über die Schwerpunktsetzung unserer Tätigkeit in der Diözese Würzburg treffen. Wir sind sehr dankbar, dass seit Juni 2018 Bischof Franz unser Bistum führt. Er hat bereits starke Impulse gesetzt, und sein tatkräftiges spirituelles Wirken entfaltet bereits nach wenigen Monaten nachhaltige Wirkungen. Das ist in den vielen Gesprächen, die ich innerhalb und außerhalb des Bischöflichen Ordinariats führe, deutlich zu spüren. Gleichzeitig befinden wir uns noch in einer Phase, in der unser Bischof sich ein vollständiges Bild macht: von der Situation in den Pfarreien, von unseren Strukturen und der Situation der unterschiedlichen Organisationen in der großen Familie unserer Kirche in Unterfranken.

Entscheidungen über Schwerpunkte setzen ein klares Bild der Situation voraus. Die entscheidenden Weichenstellungen wird unser Bischof gemeinsam mit den zuständigen Gremien in diesem Jahr vornehmen. Teilweise müssen sich diese Gremien noch aufstellen, wie etwa der Priesterrat. Deshalb muss man wissen: Der jetzt vorliegende Haushaltsplan, der im vergangenen Jahr für das laufende Jahr 2019 aufgestellt wurde, kann die endgültige Schwerpunktsetzung dieses Jahres noch nicht berücksichtigen, sondern muss sie unter anderem durch vorsichtige, ressourcenschonende Planung ermöglichen. Bestimmte Richtungsentscheidungen stehen noch aus. Insofern wird das Jahr 2019 in besonderem Maße ein Jahr der Kursbestimmung.

Zweitens: Bereits der Haushalt 2018 und unsere Erläuterungen in der Pressekonferenz im Februar 2018 standen im Zeichen der Erwartung zukünftig zurückgehender Kirchensteuereinnahmen. Wir schulden unseren Gläubigen einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit den Einnahmen und dem Vermögen der Kirche. Das bedeutet auch, dass wir schon jetzt die künftige Entwicklung mit zurückgehenden Einnahmen berücksichtigen müssen. Dem gilt es in der Haushaltsaufstellung Rechnung zu tragen.

Wir werden künftig bestimmte Projekte zugunsten anderer Projekte nicht mehr wie in der Vergangenheit schultern können. Ich nenne ein Beispiel: Wir werden uns im Bereich der Baumaßnahmen auch wegen der Entwicklung der Baukosten zukünftig auf das konzentrieren, was notwendig ist, um die Bausubstanz zu erhalten.

Bei begrenzten Mitteln muss jede Ausgabe darauf geprüft werden, wie effektiv sie dem Dienst am Menschen und dem Auftrag der Kirche hilft. Dem dienen auch neue Steuerungs- und Kontrollmechanismen wie etwa die strikte Anwendung der handelsrechtlichen Vorgaben. So werden Finanzströme und Werte sichtbar und vergleichbar. Die entsprechende Modernisierung des Finanzwesens geschieht derzeit im Rahmen eines Projekts unter Leitung des externen Projektleiters Andrew Motz. In Fragen Compliance und Good Governance berät uns die auf diese Themenstellungen spezialisierte Kanzlei WarkenBruckner Rechtsanwälte. Wir haben bereits einen Gutteil der Wegstrecke hinter uns, etwa den jetzt vorliegenden Haushaltsplan nach der neuen Systematik, und wir werden im Jahr 2019 weiter vorankommen.

Zudem stärken wir unser Controlling: Wir achten in besonderem Maße auf Haushaltsdisziplin, auf ein effektives Beschaffungs- und Vergabewesen, auf effektive Kontrollmechanismen und auf eine sparsame und bescheidene Haushaltsführung.

Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Wochen die Ausschreibung für einen neuen Finanzdirektor beziehungsweise eine neue Finanzdirektorin auf den Weg gebracht, um diese zentrale Stelle neu besetzen zu können.

Die Aufsichts- und Kontrollgremien stellen wir derzeit neu auf. Insofern wird 2019 mit Blick auf diese Änderungen im Bereich des Finanzwesens auch ein Jahr des Fortschritts.

Drittens: Wir arbeiten weiter daran, die Verwaltung des Bischöflichen Ordinariats neu aufzustellen. Ihrem Auftrag kann Kirche in einem modernen Umfeld am besten nachkommen, wenn sie über eine moderne, gut arbeitende Verwaltung mit kurzen Wegen und schnellen Arbeitsabläufen verfügt. Dazu gehört die Transparenz der Verantwortlichkeiten und der Arbeitsprozesse nach außen. Wir haben auch hier bereits einen Teil des Weges hinter uns, müssen aber in diesem Jahr noch eine Reihe von Punkten abarbeiten, um die Verwaltung effizienter zu gestalten. Wir sind weiter dabei, und auch hierüber haben wir schon im vergangenen Jahr bei der Haushaltspressekonferenz berichtet, uns auch im Verwaltungsaufbau neu zu organisieren. Insofern wird 2019 auch ein weiteres Jahr der Erneuerung der Verwaltung.

Meine Damen und Herren, Kursbestimmung, Fortschritt und Verwaltungserneuerung prägen unser Jahr 2019 und auch unseren Haushaltsplan. Die Rahmenbedingungen ändern sich. Wir stellen die Weichen für die Zukunft.

Herzlichen Dank.